ElJoel

Kommunikation ist wahrscheinlich

Cienfuegos – La ciudad que menos me gusta a mí

16. Juni 2015 nach ika | Keine Kommentare

Benny Moré würde mir heftig widersprechen, hat mir schon heftig widersprochen – na gut, ich ihm. Aber Cienfuegos war leider die uninteressanteste Stadt unserer Kubareise. Wobei alles so unglaublich spannend anfing.

Manchmal weiss man ja auch nicht, ob die momentane Situation so gut ist. Unsere Gastgeber in Las Terrazas haben uns ein privates Taxi organisiert, um ins weit entfernte Cienfuegos zu kommen. Treffpunkt war eine Schnellstraße (ja, so könnte man das nennen), unser Reisemobil ein alter 54er irgendwas, schön gepimpt mit LCD-Display, auf dem die US-Latino-Stars ihre Hits in größtmöglicher Lautstärke zum Besten gaben. Auf dem Rücksitz saßen Emily und Dan, die auch nicht so recht zu wissen schienen, ob das alles so gut ist wie es war. Kesro ist nach hinten zu den beiden Londonern, ich hab versucht auf dem Vordersitz Spaß zu haben – mit J.Lo, Pitbull und dem Iglesias.

Soweit schaukelten wir langsam aber sicher über kubanischen Asphalt in Richtung Cienfuegos. Die Rückbank freundete sich an, ich machte mir Gedanken darüber, welche Message die Kuba entsprungenen US-Stars ihren in Armut lebenden Fans da so mitgeben wollten – but don’t be fooled by the rocks that I got… Geredet wurde vorne nicht viel und die Unsicherheit, ob das denn alles so richtig sei, wich der Lethargie und Langeweile einer überhitzten Fahrgastzelle.

Als wir an einer Tanke anhielten, kam noch einmal ein wenig Spannung in die Bude. Denn da wurde unser Gepäck in ein anderes Fahrzeug mit neuem Fahrer gepackt. London und Essen schauten sich etwas unsicher an, aber uns wurde erklärt, dass es nun mit neuem Gefährt weitergingen. Ich drückte die Hand des ersten Fahrers und gab ihm mit auf den Weg, unsere Gastfamilie aus Las Terrazas zu grüßen – die einzige wirkliche Vertrauensbasis die wir hatten.

Wir sind dann tatsächlich auch genau dort angekommen, wo wir hinwollten oder wo wir zuvor glaubten hinzuwollen. Ich schreib mal so: Die Casona de Conde war unser Habitat für die nächsten drei Nächte in Cienfuegos. Damit haben wir eine Übernachtungsmöglichkeit, die ich nicht empfehlen würde und eine Stadt, deren Besuch man auf einen Nachmittag beschränken könnte, in einem Satz untergebracht. Zumindest den letzten Punkt sieht der Lonely Planet anders. In einem Vortext hatte ich schonmal erwähnt, dass die Kubaausgabe des Reiseführers irgendwie nicht ganz mit meinen Vorstellungen übereinstimmt. Aber natürlich hatten wir auch ein paar sehr schöne, entspannte Momente, mal alleine, mal mit Emily und Dan. Die beiden sind erklärtes Highlight der Cienfuegos-Reise. Da fällt mir ein, London ist ja schon recht nah und ein paar Urlaubstage habe ich noch.

Bäh, bin ich heute textlastig. Das muss ein Ende haben!

Diese Galerie enthält 0 Bilder

Las Terrazas – Galeria chachacha

12. April 2015 nach ika | Keine Kommentare

Las Terrazas: Zweite Station unserer Kubareise und absolute Wohltat!

Nach vier Tagen Havana – Dreck, Gestank, Lärm – kamen vier Tage Ruhe und Natur. Wir hatten das große Glück, ein Zimmer in der Vila Duque zu bekommen. Und so wohnten wir bei einer Bauernfamilie, deren kleines Stück Land der Selbstversorgung und somit uns zugute kam. Eigenes Obst, eigenes Gemüse, eigene Tiere. Lecker! Dazu kam noch die unglaubliche Gastfreundschaft jedes einzelnen Familienmitglieds – es war nahe an perfekt und hat uns den Stress der Hauptstadt schnell vergessen lassen.

Tagsüber gab es eigentlich nicht viel mehr zu tun, als zu wandern, zu essen, zu wandern und gemütlich ein Kaltgetränk im Schatten zu genießen. Eigentlich gab es so wenig zu tun, dass uns einige Besucher gefragt haben, was wir denn vier Tage in Las Terrazas wollten. Wir wollten ein paar entspannte Tage und Abende und haben diese auch gefunden.

 

Diese Galerie enthält 0 Bilder