ElJoel

Kommunikation ist wahrscheinlich

Irland – Ex-Irland

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Einen habe ich noch, einen letzten Ausflug, bevor es wieder nach Hause geht. Wir haben kurz das Land gewechselt – wobei mir da einige Iren sicher widersprechen würden – und sind rüber ins Empire. Es ging mit dem Bus nach Belfast. Wir wollten uns etwas mit der Geschichte auseinandersetzen und das geht immer am besten vor Ort.

Belfast, Bürgerkrieg, Bloody Sunday – alles schon oft gehört und am Rande mal mit beschäftigt. In der Schule haben wir das Thema aber damals (wenn ich mich recht erinnere) ebenso knapp (bis gar nicht) behandelt, wie die Geschichte der RAF. Passte vermutlich nicht auf die lehrplanpolitische Agenda oder in den Plan der politischen Lehragenda? Passt das heute? Kann man ja schwer für das kapitalistische Verwertungssystem nutzbar machen. Oh je, jetzt stehe ich vermutlich auf einer Liste – sei’s drum, die Kanzlerin ja auch.

Wir sind also durch Belfast geführt worden, zu den ganzen historischen Plätzen, zu den markanten Orten der Geschichte. Das ist ganz schön bedrückend und viel deutlicher, als es jeder Text, Film oder irgendein Foto vermitteln könnte. Noch heute gibt es die hohen „Friedensmauern“, mit noch höheren Stacheldrahtzäunen, es gibt Passierstellen zwischen den Wohngebieten – die waren aber bei unserem Besuch nicht in Benutzung. Wir sind viel mit dem Bus gefahren, weshalb es davon hier keine Fotos gibt – die könnten das Bild im Kopf aber auch nicht annähernd wiedergeben. Noch heute gibt es übrigens auch Viertel, in denen so viele britische Flaggen und Bilder der Queen hängen, wie zu einem Nationalfeiertag – sehr förderlich für Frieden und Freundschaft, wirklich.

Wie gesagt, viele Fotos gibt es nicht, einige Wandmalereien habe ich aber festgehalten. Hier ein Beispiel:
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Der Busfahrer hat sehr lebendig erzählt und Informationen gegeben. Da das Wetter (das erste Mal bei unserem Aufenthalt) wirklich schlecht war, haben wir das Programm etwas umgestellt. Und so ging es ins Irish Republican History Museum. Hier gab es eine Gefängniszelle, Waffen, Klamotten und Zeitungsausschnitte, etc. zu besichtigen.
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Auch ein Film wurde gezeigt, der das Grauen des Bloody Sunday thematisiert.
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Allerdings habe ich mich da eher unwohl gefühlt, wie es mir immer ergeht, wenn ich mich deutlicher Propaganda ausgesetzt fühle. Klar, was da damals passiert ist, ist unglaublich schlimm und sollte auch in aller Deutlichkeit und in allen Facetten thematisiert werden – wie übrigens die gesamte Geschichte aller Kolonialmächte. Aber die Art der Präsentation hat mir überhaupt nicht gefallen und wird mir auch nie gefallen.

So und jetzt wieder etwas seichter: Das anschließende Essen im Laden neben dem Museum war wirklich lecker und günstig. Anschließend ging es dann zum Titanic-Museum.
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Wir waren nicht drin, weil die Zeit gefehlt hat, aber irgendwie ist auch dieser Ort sehr… interessant. Immerhin wird da mit einem großen und tragischen Schiffsunglück ne Menge Schotter gemacht. Gut, die Filmindustrie versteht sich da natürlich noch besser drauf, aber als ich das ganze Merchandise-Zeug gesehen habe… Hmmm, war jetzt auch nicht wirklich ein seichter Themenumschwung, oder?

Dann aber jetzt: Ein Grab! Und zwar das Grab von?
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Genau, St. Patrick. Dazu gab es einen gut gemachten Film, über drei Leinwände mit Rundumblick und anschließend noch einen kleinen Spaziergang.
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Auf dem Rückweg haben wir noch an einer Ruine gehalten und uns die Gegend angeschaut.
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Sicherlich war der Tag vom Ablauf her nicht optimal, da das Wetter einfach nicht viel zugelassen hat. Aber der Ausflug nach Belfast war eines der eindrucksvollsten Erlebnisse unserer Reise und hallt noch immer nach.

So und das war es auch schon von unserem spontanen Irlandtrip. Es war ein wunderbarer Aufenthalt. Wir haben tolle Orte gesehen, viel über die Geschichte des Landes gelernt und die Iren samt Insel ins Herz geschlossen.

Ein Kommentar

  1. Hach… Die Iren… Die Insel… Der ElJoel… <3

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