ElJoel

Kommunikation ist wahrscheinlich

Plattenbau

| 3 Kommentare

Musikstreamingdienste gehören heute ja zu festen Institutionen der Internetnutzung: 10€ im Monat reichen, um auf mehr Musik zugreifen zu können, als Zeit zum Hören da ist. Wir sind vor nicht allzu langer Zeit einen genau entgegengesetzten Weg gegangen: Zurück zum Vinyl.

Der Plan geisterte schon etwas länger in meinem Kopf, irgendwann ging es dann aber – ein typisches Verhaltensmuster in unserem Haushalt – recht schnell. Kesro hat dazu auch schon was geschrieben. Zuerst kamen sämtliche Alben von The Streets und ein Plattenteller und mittlerweile tröpfeln (schneller als gedacht) neue und alte Alben in das eigens dafür angeschaffte Mini-Expedit.
musikecke_papercamera
Neuerworbenes Vinyl wird regelmäßig auf Instagram veröffentlicht, bevor es in unseren #Plattenbau einzieht. Ja, mir macht das Spaß. :)

Gründe für den Vinyleinstieg gibt es viele. Ein entscheidender ist, dass die Musik automatisch bewusster und in ganzen Alben gehört wird – die Musiker haben sich ja meistens doch etwas bei der Zusammenstellung gedacht. Und auch einzeln eher unliebsame Stücke passen oft ins Gesamtkonzept und sollten deshalb mitgehört werden. In Zeiten von Einzel-MP3s geht schon einiges verloren. Dazu klingt Vinyl einfach schön – gerade wenn es nicht perfekt ist und der Staub durch gelegentliches knistern auf sich aufmerksam macht. Herrlich! :) Mehr Wärme könnten wir vermutlich mit anderen Boxen herausholen – die Canton Dolby-Sourround-Würfel sind da sicherlich nicht die beste Wahl. Allerdings hängen die schon an der Wand und müssen nicht mehr bezahlt werden. ;)

Vinyl kostet ja schon ein wenig mehr, als ein MP3-Album, das es bereits für 10€ gibt. Im Verhältnis zu CD-Neupreisen sind die Mehrkosten allerdings oft schon wieder relativ. Und man bekommt für das Geld auch etwas mehr geboten. Zuallererst einmal Musik zum Anfassen: Seien es die großen Cover, die Beigaben oder das Medium selbst. In einem alten Beitrag für einen Blog (den es mittlerweile nicht mehr gibt) habe ich bereits geschrieben, dass dieses haptische Erlebnis mit einer CD unmöglich zu erreichen ist. Viel zu klein, kalt und in Plastikhüllen eingesperrt. Ausnahmen gibt es auch da: Ich mag die Papphüllen, bspw. von den Balthazar-Alben. Und so setzt man (ich!) sich auch auf dieser Ebene mehr mit seiner Musik auseinander. Besondere Freude kommt dann noch auf, wenn das Album auf farbigem Vinyl gepresst wurde. Das Beitragsbild zeigt bspw. das aktuelle Ablum der Babyshambles Prequel to the Sequel auf klarem Vinyl. Schönes Album übrigens – etwas leichtfüßiger als die Vorgänger, aber eine klasse Fortsetzung.

Natürlich höre ich aber nachwievor gerne Musik unterwegs und da ist Vinyl etwas sperrig. Aber die meisten aktuellen Platten kommen entweder direkt zusammen mit einer CD oder es liegt ein Downloadcode für die MP3s bei. Sollte dem nicht so sein, kann der Plattenspieler (Dual DTJ 301.1) per USB an einen Rechner angeschlossen werden. Die Digitalisierung geht wirklich recht leicht von der Hand und bedarf nur ein wenig Nachbearbeitung.

Vinyl scheint im Moment ja ein kleines Revival zu erleben – ich freue mich jedenfalls über den eingeschlagenen Weg.

3 Kommentare

  1. Und ich sage immer wieder Yeaaahhh!

  2. Ich kann das gut nachvollziehen – aber mir fehlt dafür einfach ein wenig die Leidenschaft und Muße. Daher habe ich vor einiger Zeit einmal viele alte Vinyls einem guten Freund geschenkt. Den alten Denon-Plattenspieler habe ich allerdings immer noch, auch wenn ich derzeit gar keinen Verstärker mit Phono-Eingang mehr habe.

    Ich habe auch noch eine seltene alte Punk-Platte, die ich nie als MP3 finden konnte. Ob ich die bei Euch mal zur Digitalisierung einreichen dürfte?

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


%d Bloggern gefällt das: