ElJoel

Kommunikation ist wahrscheinlich

Thailand 2013 – Tag 2

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It’s Scam-Day…

Der zweite Tag in Bangkok hatte es ordentlich in sich. Der Herr auf diesem Foto hier war daran nicht gerade unschuldig. 130120_thailand-49-2

Aber dazu später…

Nachdem wir bis circa 11 Uhr geschlafen hatten (das mit dem Einschlafen war ein Problem) sind wir gegen Mittag vor die Türe, um ein Frühstück zu finden. In Thailand wird nicht im eigentlichen Sinne gefrühstückt, es gibt eher so etwas wie Nudelsuppen, etc. Aber wir wollten es ja so. Nach ein paar Schritten weg vom Hotel sprach uns eine sehr freundliche ältere Dame an. Ob das denn eine ältere Kamera sei, oder eine von den Modernen? Ihr Mann würde ja fotografieren. Offen wie wir sind, kamen wir auch gleich ins Gespräch. Was wir denn in Thailand machen würden? Ach Flitterwochen? Das ist aber wundervoll. Sie erzählte uns von einigen Sehenswürdigkeiten und klärte uns über die Tuktuks auf und, dass wir bloß welche mit Thailandfähnchen nehmen sollten. „The others, they are pirates.“ Dann erklärte sie uns, dass man nicht mehr als 40 Baht für solch ein Tuktuk zahlen solle, alles andere wäre total überteuert. Zwischendurch hat sie sich kurz entschuldigt, um ihrer Tochter eine Nachricht zu schreiben, denn sie würde sich gerade wohl etwas verspäten. Weiter erklärte sie, an diesem Tag würden die Tuktuks ihren Sprit von der Regierung bekommen, um uns Touristen die Stadt zu zeigen. Bangkok-Promo sozusagen. Daher bestünde auch keine Eile: Der Fahrer sollte uns zu einem Frühstück fahren, dort ein wenig warten und uns dann zum Tempel (und weg ist der Name) bringen. Daraufhin würde er uns am Fluss absetzen, denn wir wollten den Nachmittag mit einer kleinen Bootsfahrt beenden. Das waren alles tolle Tipps, nur waren wir uns etwas unsicher, wie wir das alles einem thailändischen Tuktuk-Fahrer beibringen sollten. Daraufhin rief die Frau ein vorbeifahrendes Tuktuk, erklärte das alles dem Fahrer und los ging’s. Zum Abschied wünschte sie uns noch wundervolle Flitterwochen – wir sollten doch nächstes Jahr dann mit Baby wieder kommen.

Der erste Stop war ein Restaurant, welches uns eindeutig zu touristisch vorkam. Also ging’s zu dieser Straßenbude: 130120_thailand-54-2

Bestellt haben wir irgendwas, das anfangs wie Pad Thai aussah, sich dann aber als Suppe herausstellte. Mit Schleim.130120_thailand-57-2

Eine schleimige Suppe. Und beim Gedanken daran schüttelt es mich noch immer ein wenig. Aber wir haben es ja (beinahe) so gewollt.130120_thailand-58-2

Mit einem etwas unsicheren Gefühl im Magen ging es dann auch tatsächlich zum nächsten Tempel. Schön war’s,  und der freundliche Mitarbeiter (?) erzählte uns noch allerhand zu dem kleinen Gebäude.130120_thailand-63-2

Wo wir herkämen und was wir in Thailand  machen würden? Toll, dass es diesen Promotion-Tag für die Touristen gäbe. Hier ein Tipp, da eine kleine Anekdote über einen Cousin in Deutschland und weiter ging’s mit dem Tuktuk.

Der nächste Halt war dann aber nicht der Fluss, sondern eine kleine Gasse und eine Schneiderei. Was jetzt?! Weiter ging es jedenfalls nicht. Also, dachten wir uns, gehen wir halt rein, schauen wir uns um und gehen wieder raus. Der freundliche Mann erklärte uns, dass das halt ein Teil des Promotion-Tages sei. Neben den ganzen Schneidern minderer Qualität wollte man den Touristen zeigen, dass Thailand in diese Richtung mehr zu bieten habe. Und schon zeigte man uns unterschiedliche Stoffe, erzählte uns für wen man alles produziere und – ganz wichtig -, dass heute die Gelegenheit wäre, günstig Anzüge zu kaufen. Ich kürze das ganze jetzt mal ab: Auch dieser Herr hat einen Cousin in Deutschland, den Ladenverkauf eigentlich nicht nötig und hat auch ansonsten nicht gerade locker gelassen. Zum Schluss sind wir ohne Anzug (doch, doch, unsere Klamotten hatten wir noch an), dafür aber unter Beschimpfungen aus dem Laden raus. Die Nerven haben wir dafür aber vor Ort gelassen. Nachdem wir dem Tuktuk-Fahrer mitgeteilt hatten, dass wir keinen Anzug gekauft haben, wollte er mit uns gleich zum nächsten, einem günstigeren Schneider. Tja, das war unsere einzige Tuktuk-Fahrt für diesen Urlaub. Wir haben uns dann auch von unserem Fahrer eher im Schlechten getrennt und sind zu Fuß weiter. Willkommen zu ihrem ersten Bangkok Scam! Wer’s googelt wird fündig. Der Tag war für uns dann mehr oder weniger gelaufen – das Gefühl, so offen verarscht worden zu sein, war einfach zu heftig. Wir hatten so viel gelesen und überall stand u.a. geschrieben, man solle sich auf keinen Fall von Fremden ein Tuktuk oder Taxi rufen zu lassen. Wir wussten im Grunde also bescheid, haben aber erst im Nachhinein die komplette Masche erkannt. Nicht schön.

Wir sind dann nur noch durch die Gegend gelaufen, kein Blick mehr für die schönen Dinge, im Kopf immer wieder  das ganze Szenario. Immer wieder durchgespielt, analysiert, aufgeregt… Ich glaube als wir auf der Brücke standen wurde es langsam besser – auf eine Bootsfahrt hatten wir irgendwie keine Lust mehr, auch als uns jemand einen „Special price“ machen wollte. 130120_thailand-78-2

Ganz weg ging das blöde Gefühl an diesem Tag nicht mehr, es machte nur Pause: zum Beispiel bei unserem Abendessen im Ethos. 130120_thailand-97-2

Da habe ich dann wieder gemerkt, dass ich vielleicht doch mal mit Yoga anfangen sollte. Man sitzt nämlich zum Essen auf Kissen im Schneidersitz (bei mir war der evtl. nicht zu erkennen) an niedrigen Tischen und genießt, zum Beispiel spicy fried noodles. Entknoten kann man sich später bei einem Cocktail. Ein gutes Ende für einen ansonsten ordentlich vermurksten Tag. Und ja, hinterher und aus der Distanz ist man immer schlauer.

2 Kommentare

  1. der Bericht ist ansprechend

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